Ehevertrag

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Der Ehevertrag in Österreich

Der Abschluss eines Ehevertrages ist keine Pflicht, die zwei Eheleuten aufgebürdet wird, wenn sie sich das Ja-Wort geben möchten.

Gleichwohl sollten Ehemann und Ehefrau darüber nachdenken, bei ihrer Heirat bestimmte Dinge zu regeln. Nur so kann später bei unvorhergesehenen Ereignissen verhindert werden, dass es für den einen oder den anderen Teil ein böses Erwachen gibt.

Eine Möglichkeit ist es, einen Ehevertrag aufzusetzen. Wird dies von den Brautleuten in Erwägung gezogen, spielt der beste Zeitpunkt für den Abschluss des Ehevertrages eine wichtige Rolle. Ein Ehevertrag kann direkt vor oder nach der ehelichen Trauung aufgesetzt werden. Ebenso ist dies während der aufrechten Ehe möglich.

Die Eheleute sollten sich darüber Gedanken machen, was sie in dem Ehepakt regeln wollen und eindeutige Formulierungen wählen. Da ein Ehevertrag nicht nur mit Vorteilen verbunden ist, könnten nicht eindeutige Abfassungen missverständlich ausgelegt werden und schnell zum finanziellen Risiko für den einen oder den anderen werden.

Es ist in jedem Fall empfehlenswert, vor dem Abschluss einen Familienrechtsanwalt (Scheidungsanwalt) hinzuzuziehen, der den Ehemann und die Ehefrau unparteiisch berät und die Nachteile aufzeigt, die sie mit ihrer Unterschrift unter den Ehevertrag einkalkulieren müssen.

Zu beachten ist, dass ein Ehevertrag wirksam wird, sobald das Scheidungsurteil rechtskräftig geworden ist.

Was kostet das Aufsetzen eines Ehevertrages?

Eheleute setzen einen Ehevertrag auf, weil sie im Falle einer Trennung eine strittige Scheidung vermeiden möchten. Verglichen mit den Kosten, die hier entstehen, ist der Aufwand für das Aufsetzen eines Ehevertrages überschaubar. Beide Eheleute sind gut beraten, wenn sie die Höhe der Kosten nicht als Grund dafür ansehen, keinen Ehevertrag aufzusetzen.
Kosten müssen in jedem Fall für die notarielle Beurkundung des Ehevertrags eingeplant werden. Die Bestätigung des Notars ist für das Wirksamwerden des Ehevertrags zwingend erforderlich. Auch die Vereinbarung über die ehelichen Ersparnisse muss von einem Notar begleitet werden. Ob die Eheleute für die Erstellung des Ehevertrags einen Familienrechtsanwalt hinzuziehen, ist ihnen freigestellt. Bei der schriftlichen Vereinbarung kommt es darauf an, die richtigen Formulierungen zu wählen. Ein Notar unterrichtet die Beteiligten über die Folgen ihrer Vereinbarung. Dies ist jedoch nicht mit einer ausführlichen Rechtsberatung zu vergleichen. Der Expertenrat eines Rechtsanwaltes der Spezialist im Bereich Ehe- und Scheidung ist, ist daher sehr empfehlenswert. Die Beauftragung des Rechtsanwalts ist zunächst mit zusätzlichen Kosten verbunden. Seine Informationen zu den Konsequenzen und seine Hinweise auf mögliche rechtliche Fallstricke könnten sich aber später auszahlen.

Die Höhe der Kosten für den Notar wird anhand des Geschäftswerts des Reinvermögens beider Ehegatten ermittelt. Die Ermittlung des ehelichen Reinvermögens sieht vor, dass von den Vermögenswerten vorhandene Schulden in Abzug gebracht werden. Das anschließende Ergebnis stellt die Bemessungsgrundlage für die Höhe der Notarkosten dar.

Wie hoch die Gebühren eines Rechtsanwalts sind, ergibt sich aus dem Inhalt, der in dem Ehevertrag geregelt wurde. Hier ist nicht der Geschäftswert, sondern der Gegenstandswert entscheidend. Betrifft eine Vereinbarung z.B. die Unterhaltsverpflichtung des einen gegenüber dem anderen, wird als Bemessungsgrundlage für das Anwaltshonorar die Forderung auf ein Jahr hochgerechnet. Wird in dem Ehevertrag geregelt, was nach der Scheidung mit einer gemeinsamen Immobilie passiert, wird das Honorar anhand des Wertes für die Immobilie bemessen. Der Gegenstandswert steigt mit jedem Sachverhalt (z.B. Zugewinnausgleich), den die Eheleute klären möchten, weiter an.

Die Ermittlung der Notarkosten fußt auf dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Ein Rechtsanwalt kann gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) sein Honorar nach der benötigten Zeit festsetzen oder ein Pauschalhonorar vereinbaren. Die rechtlichen Grundlagen sehen vor, dass die Kosten für die Errichtung eines Ehevertrags nicht mehr als 300 Euro betragen sollen, wenn der Gegenstandswert nicht über 50.000 Euro liegt. Bei einer Bemessungsgrundlage von 250.000 Euro, sollten die Eheleute mit Kosten rechnen, die nicht unter 1.000 Euro liegen. Erfahrungsgemäß liegen die durchschnittlichen Kosten für die Erstellung eines Ehevertrages bei einem Rechtsanwalt in Österreich bei ca. EUR 3.000 – EUR 5.000.

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Ist der Abschluss eines Ehevertrages zwingend?

Ein Ehevertrag muss in Österreich nicht zwingend abgeschlossen werden. Ein Abschluss vor oder während der Ehe ist aber vernünftig, um spätere Streitigkeiten von vornherein auszuschließen. Lässt sich eine strittige Scheidung nicht mehr vermeiden, kann es für beide Parteien sehr teuer werden.

Vor der Unterschrift sollten beide Ehepartner sich über den Inhalt des Ehepakts bewusst sein und berücksichtigen, dass das schriftliche Dokument nicht nur Vorteile für sie bringen kann.

Wann sollte ein Ehevertrag (Ehepakt) in jedem Fall abgeschlossen werden?

Möchte ein Ehepartner das Vermögen nach einer Trennung vor dem anderen sichern, sollte in jedem Fall ein Ehevertrag abgeschlossen werden. Diese Aussage trifft insbesondere zu, wenn die finanziellen Verhältnisse beider Ehepartner weit voneinander abweichen. In diesem Fall können die Eheleute natürlich den Güterstand der Gütertrennung vereinbaren. Doch auch dann ist es sinnvoll, über einen Ehevertrag nachzudenken.

Wählen die Ehegatten bei der Heirat den Güterstand der Gütertrennung, muss geklärt werden, wie die Güter und Ersparnisse aufgeteilt werden, die während der Ehe hinzukommen sind. Gerade wenn ein Ehepartner mehr an den gemeinsam angeschafften Vermögenswerten teilhaben soll, ist dies keine leichte Aufgabe. Wurde ein Ehepakt vereinbart, kann darin exakt geregelt werden, wie das Vermögen später aufgeteilt wird.

Heiratet ein Unternehmer, ist der Ehevertrag für ihn ein sinnvolles Institut, um den größeren Vermögenswert abzusichern. Dasselbe gilt für den Selbstständigen, der sich eine eigene Existenz aufgebaut hat.

Gehört zu dem Vermögen, dass nach einer Ehe aufgeteilt werden soll, ein landwirtschaftlicher Betrieb, sollte der Inhaber vor seiner Hochzeit an dem Abschluss eines Ehevertrages denken. Leben die Eheleute im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, würde der andere Ehepartner an einer während der Ehe eingetretenen Wertsteigerung teilhaben. Der Abschluss des Ehevertrags vor der Ehe kann dieser gesetzlichen Regelung einen Riegel vorschieben.

Der Abschluss eines Ehevertrages ist außerdem immer dann zu empfehlen, wenn die Eheleute ein Haus besitzen. Die Entscheidung zu einem Ehevertrag (Ehepakt) ist in diesem Fall besonders empfehlenswert, wenn nur einer der Partner die Finanzierung der Immobilie übernommen hat.

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Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss des Ehevertrages?

Der Ehevertrag kann vor der Trauung, nach der Trauung oder während der Ehe abgeschlossen werden. Der beste Zeitpunkt ist vor der Hochzeit. Nach dem Ja-Wort kann keiner der Ehepartner mehr dazu verpflichtet werden, einen Ehevertrag abzuschließen.

Was sollten die Ehepartner im Ehevertrag vereinbaren?

Mit dem Abschluss eines Ehepakts soll kein Argwohn in die junge Beziehung gebracht werden. Beide Ehepartner sollten darin eine feste Grundlage sehen, die ihre eigenen finanziellen Interessen schützt, wenn das Eheleben in spätere Zeit nicht so läuft, wie sie es sich am Anfang vorgestellt haben.

Das Institut des Ehevertrags wurde geschaffen, um die finanziellen Interessen der Parteien zu regeln. Daher enthält ein Ehevertrag z.B. Bestimmungen, die den Zugewinnausgleich oder Unterhaltszahlungen regeln.

In dem Ehevertrag kann auch festgehalten werden, wie nach der Trennung ein Haus aufgeteilt wird. Besteht hinsichtlich des Hauses keine schriftliche Vereinbarung, wird die Immobilie hälftig unter den Ehepartnern aufgeteilt, wenn das Haus während der Ehe erworben und der Güterstand der Zugewinngemeinschaft von den Eheleuten gewählt wurde.

Eine Aufteilung zu je 50% bedeutet, dass beide Parteien in gleichem Maße darüber entscheiden können, was sie mit dem Haus machen. Es liegt aber nahe, dass man im Fall einer Scheidung kaum zu einer Regelung kommt, die für beide Seiten akzeptabel ist. Letztendlich wird das Haus zwangsverkauft. Jeder Ehepartner bekommt die Hälfte des Verkaufserlöses. Dieser wird bei einem Zwangsverkauf aber weit unter dem Wert liegen, den die Immobilie hat.

Was können die Ehepartner nicht in einem Ehevertrag (Ehepakt) festlegen?

In dem Ehepakt können die Ehegatten nicht ihre persönlichen Beziehungen klären. So können in dem Vertrag z.B. nicht die Verpflichtung zum ehelichen Beischlaf oder andere Treue- und Beistandspflichten geklärt werden. Ein Ehevertrag dient auch nicht dazu, seinen Nachlass zu regeln. Möchte ein Ehepartner klären, wer nach seinem Tod über sein Vermögen verfügen soll, ist ihm zu der Errichtung eines Testaments zu raten.

Sittenwidrig ist es außerdem, in dem Ehevertrag in Österreich einen Unterhaltsverzicht zu vereinbaren. Würde eine derartige Regelung getroffen, wäre sie im Falle einer Scheidung als nichtig anzusehen.

Welche Vorteile und welche Nachteile birgt der Abschluss eines Ehevertrages?

Der Abschluss des Ehevertrages bringt nicht nur Vorteile. Ehepartner, die vor der Unterschrift stehen, sollten genau prüfen, inwieweit sich die Regelungen für sie nachteilig auswirken könnten. Bestenfalls sollte ein Familienrechtsanwalt hinzugezogen werden. Der Fachmann kann die einzelnen Vor- und Nachteile für beide Beteiligten gegeneinander abwägen.

Der Ehevertrag bietet bei einer Scheidung rechtlichen Schutz vor dem Zugriff des anderen. Eindeutige Bestimmungen regeln, dass jedem Ehepartner nur sein Anteil am Vermögen zusteht. Schließen die Eheleute einen Ehevertrag ab, werden die hohen Kosten vermieden, die durch eine Scheidung verursacht werden würden. Auch über die Folgekosten bräuchte sich keine Partei Gedanken zu machen, weil durch den Ehevertrag alles geklärt worden ist.

Nachteile aus dem Ehevertrag können sich in der Regel nur für die Frau ergeben, weil die Aufteilung des Vermögens dazu führt, dass sie finanziell schlechter gestellt wird. Die Frau verzichtet darauf, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, weil sie sich um die Obsorge und die Erziehung der Kinder kümmert. Geld bekommt sie für diese Tätigkeit nicht. Um zu verhindern, dass die Frau nach der Trennung vor dem Nichts steht, sollte der Ehevertrag zumindest eine Vereinbarung über eine Beteiligung der in der Ehe erwirtschafteten Ersparnisse enthalten. Die Ersparnisse drücken sich nicht allein in dem Barvermögen aus. Zu den Ersparnissen gehört z.B. auch eine wertvolle Münzsammlung.

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Warum muss zum Abschluss des Ehevertrages ein Notar hinzugezogen werden?

Der Abschluss eines Ehevertrages muss zwingend notariell beurkundet werden. Ein nicht notariell beurkundeter Ehevertrag kann nach der Scheidung nicht wirksam werden. Demzufolge können daraus auch keine Ansprüche abgeleitet werden.

Wann wird ein Ehevertrag wirksam?

Die Regelungen des Ehevertrages werden wirksam, wenn das Scheidungsurteil rechtskräftig verkündet wurde und keine Partei Rechtsmittel dagegen einlegen wird. Möchte ein Partner sich nicht von dem anderen trennen, wird die Wirksamkeit des Ehevertrages hinausgezögert.

 

 

Kann der scheidungswillige Partner dem anderen eine schwere Eheverfehlung – z.B. Ehebruch, Untreue oder Misshandlungen – nachweisen, kann er die sofortige Scheidung beim zuständigen Bezirksgericht einklagen. In diesem Fall werden auch die Regelungen des Ehevertrages ohne Verzögerung rechtskräftig.

Welche Punkte sollte die Ehefrau beachten?

Die Frau ist häufig der Partner, der die schlimmeren Konsequenzen einer Scheidung zu tragen hat. Insbesondere bei dem Abschluss eines Ehevertrages sollte sie beachten, dass die Vereinbarung eines Unterhaltverzichts sittenwidrig ist und zur Unwirksamkeit führt. Stattdessen sollte sie auf eine angemessene Unterhaltszahlung bestehen und auch an das Wohl eines gemeinsamen Kindes denken.

Hinsichtlich der Pensionsansprüche der Frau sollte die Ehegattin im Blick haben, dass sie hälftig an den Pensionsansprüchen ihres Ehemannes beteiligt werden kann. Insbesondere sollte sie keine Vereinbarung im Ehevertrag treffen, die ihr diesen Vorteil nimmt.

Wie kann ein Familienrechtsanwalt (Scheidungsanwalt) bei der Erstellung eines Ehevertrags helfen?

Im Gegensatz zu einem Notar muss ein Familienrechtsanwalt (Scheidungsanwalt) nicht zwingend an der Erstellung eines Ehevertrages beteiligt werden.

Stehen Ehemann und Ehefrau vor der Entscheidung, ihre finanziellen Dinge mit einem Ehevertrag zu regeln, steht der Familienrechtsanwalt beiden Seiten mit Rat und Tat zur Seite. Er berät sie, wann ein Ehevertrag in jedem Fall abgeschlossen werden sollte und welches der beste Zeitpunkt für die Unterzeichnung ist.

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Der Familienrechtsanwalt macht die Parteien darauf aufmerksam, dass sie alle finanziellen Sachverhalte mit dem Ehevertrag regeln können und welche Auswirkungen die Vereinbarungen im Falle einer Scheidung für beide Partner haben werden. Zudem gibt er den Parteien die Information, dass die Bestimmung über einen Unterhaltsverzicht zur Unwirksamkeit des Ehevertrages führen wird. Ebenso ist es nicht möglich dem einen Partner die Verpflichtung zum ehelichen Beischlaf aufzuerlegen oder andere Beistands- und Treuepflichten per Ehevertrag zu regeln.

Möchte ein Ehepartner seinen Nachlass regeln, wird der Familienrechtsanwalt ihm zu einem Testament raten. Für die Ehefrau achtet er darauf, dass sie durch die schriftlichen Regelungen nicht benachteiligt wird und nach der Scheidung mit einem angemessenen Unterhalt versorgt ist.

Aufteilung eines Hauses im Bau während der Scheidung mit oder ohne Ehevertrag

Trennt sich ein Ehegatte wegen einer schweren Eheverfehlung oder aus einem anderen Grund von seinem Partner gehört ein von beiden Parteien bewohntes Haus zu den Streitobjekten. Dies ist nicht anders, wenn das Paar wenige Zeit nach dem Eheversprechen getrennte Wege geht und ein gemeinsam geplantes Haus sich gerade im Bau befindet.

Muss bei der Scheidung eine Vermögensaufteilung für das Haus im Bau vorgenommen werden, kommt es darauf an, was die Eheleute vorher beschlossen haben. Zu unterscheiden ist die Vereinbarung eines Ehevertrages oder die Gütertrennung. Wurden die bisherigen Kosten für das Haus von den Eheleuten gemeinsam getragen, sind wieder andere Regeln zu beachten.

Weitere Überlegungen bestehen darin, den Eigentumsanteil des anderen auszuzahlen oder das Haus noch während das Scheidungsverfahren läuft zu verkaufen. 

Ebenso ist bei der Scheidung eine Regelung über die Finanzierung der neugebauten Immobilie zu treffen.

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Die Scheidung vom Ehepartner mitten im Hausbau ist immer problematisch wenn es keinen Ehevertrag gibt.

Möchte sich ein Ehepartner von dem anderen trennen und wurden vorher keine eindeutigen Regelungen getroffen (z.B. durch einen Ehevertrag), kommt es bei der Vermögensaufteilung stets zum Streit. Geht es um eine Immobilie ist die Sachlage noch schwieriger zu beurteilen. Wurde das Grundstück gerade erst gekauft und befindet sich das zukünftige Wohnobjekt noch im Rohbau, treten zusätzliche problematische Sachverhalte ans Tageslicht.

Sehr wahrscheinlich ist z.B. dass die endgültigen Eigentumsverhältnisse noch nicht abschließend geklärt sind, weil die Finanzierung des Immobilienprojekts zunächst nur von dem einen Teil übernommen wurde, obwohl beide Ehepartner als Eigentümer im Grundbuch vermerkt sind.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Überschuldung, die die Ehepartner in Kauf genommen haben, um das Haus zu erwerben. Viele würden das Haus nach dem Beschluss über die Auflösung der Ehe gleich wieder verkaufen. Aber auch dies ist keine einfache Angelegenheit. Es versteht sich von selbst, dass ein im Bau befindliches Haus deutlich schlechtere Chancen bei einem Verkauf hat als eine Immobilie, die nur darauf wartet, neu bezogen zu werden.

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Was sollte bei der Vermögensaufteilung des Hauses beachtet werden? Wurde an einen Ehevertrag gedacht?

Was bei der Eheschließung vereinbart wurde, wirkt sich unter Umständen auch auf die Vermögensaufteilung auf, wenn sich das Haus noch im Bau befindet. Es könnte z.B. in einem Ehevertrag beschlossen werden, dass die Immobilie bis zur endgültigen Fertigstellung beiden Ehepartnern gehört. Doch auch bei einer gemeinsamen Eigentümerschaft müssen Regeln eingehalten werden. Anders sieht es aus, wenn die Parteien keine schriftliche Übereinkunft beschlossen haben. Im Fall der Gütertrennung werden alle Ersparnisse und das Gebrauchsvermögen, das während der Ehe entstanden ist, zwischen beiden Parteien je zur Hälfte aufgeteilt.

Lassen sich mit einem Ehevertrag (Ehepakt) Streitigkeiten vermeiden?

Der Ehevertrag wird schriftlich abgefasst. Ein Notar hat den Ehevertrag zu beglaubigen. Das heißt es bedarf eines Notariatsaktes. Die Schriftform sichert beiden Ehepartnern bei späteren Streitigkeiten zu, was sie vereinbart haben. Wurde seinerzeit z.B. beschlossen, dass die Eheleute sich ein Grundstück anschaffen, um dort eine gemeinsame Immobilie zu errichten, ist an dieser Entscheidung nicht zu rütteln. Die Eheleute müssen sich in diesem Fall aber darüber einig werden, was mit dem Haus nach der Trennung geschieht. Neben einem Verkauf der Immobilie bietet sich die Möglichkeit, dass ein Ehepartner in dieser Immobilie leben bleibt und dem anderen seinen Anteil auszahlt.

Ein Ehevertrag ist besonders dann sinnvoll, wenn die beiden Ehepartner über unterschiedlich hohe Vermögen verfügen. In dem schriftlichen Dokument können alle Besitzansprüche hinsichtlich der Immobilie geklärt werden. Insbesondere sollte darauf Wert gelegt werden, dass einem Ehegatten die Immobilie nach der Scheidung allein gehört, wenn er die finanziellen Mittel für den Bau der Immobilie ohne die Hilfe seines Partners aufgebracht hat.

Auch wenn der Ehevertrag bei einem Ehepartner Misstrauen weckt, sollte der andere Teil auf den Abschluss bestehen. Geht es um ein Haus im Bau oder andere Vermögenswerte, gibt es später kein böses Erwachen.

Wie wirkt sich die Gütertrennung aus wenn kein Ehevertrag unter den Eheleuten vereinbart wurde?

Haben die Eheleute keinen Ehevertrag abgeschlossen, gilt im Fall der Scheidung der Güterstand der Gütertrennung. Alles, was die Partner in der Zeit ihrer Ehe angeschafft haben, wird im gleichen Verhältnis aufgeteilt. Die Aufteilung bezieht sich auf das Ersparte und das Gebrauchsvermögen. Zu dem Gebrauchsvermögen gehört auch eine Immobilie. Für die Aufteilung ist nicht relevant, ob die Immobilie von den Ehepartnern bewohnt wird oder sich noch im Bau befindet. Dass die Finanzierung von nur einem Ehepartner übernommen wurde, findet bei der Vermögensaufteilung über das Haus ebenfalls keine Beachtung.

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Ausgleichszahlung nach der Ehescheidung – Ein Ehepartner geht, der andere bleibt.

Für den Fall, dass das Haus im Bau beiden Ehepartnern gemeinsam gehört, wird häufig die folgende Regelung getroffen: Da beide Ehepartner verständlicherweise nicht mehr unter einem Dach leben möchten, darf der eine Teil das Haus behalten, verpflichtet sich aber gleichzeitig dazu, den anderen durch eine angemessene Ausgleichszahlung entsprechend zu entschädigen.

Ein Problem könnte bei dieser Regelung auftreten, wenn der Teil, der sich zur Zahlung des Ausgleichs verpflichtet hat, hierzu finanziell gar nicht in der Lage ist. Die Aufnahme eines Kredits erscheint für diesen Fall wenig sinnvoll.

Kann die Ausgleichszahlung nicht geleistet werden, bleibt den Ehepartnern oft nur noch eine Möglichkeit, um eine gerechte Aufteilung der Immobilie zu erreichen: Das Haus wird nach der Scheidung zum Zwangsverkauf freigegeben. Dies ist allerdings oft mit der Folge verbunden, dass das Haus unter Wert verkauft wird und beide Eheleute von einem erheblichen finanziellen Verlust getroffen sind.

Wie sinnvoll ist der Hausverkauf während der Scheidung?

Bei einem fertiggestellten Haus werden sich früher oder später die passenden Käufer für die Immobilie finden. Befindet sich das Haus noch im Bau gestaltet sich der Verkauf während einer Scheidung zu einer zusätzlich problematischen Sache. Das Problem für potenzielle Käufer besteht nicht allein darin, dass das Haus noch nicht bezugsfertig ist. Für den neuen Eigentümer ist es ebenso unübersichtlich, welche Kosten er noch in die Immobilie stecken muss und welche Schulden von dem Verkäufer auf ihn übergehen.

Bei einem fertiggestellten Haus werden sich früher oder später die passenden Käufer für die Immobilie finden. Befindet sich das Haus noch im Bau gestaltet sich der Verkauf während einer Scheidung zu einer zusätzlich problematischen Sache. Das Problem für potenzielle Käufer besteht nicht allein darin, dass das Haus noch nicht bezugsfertig ist. Für den neuen Eigentümer ist es ebenso unübersichtlich, welche Kosten er noch in die Immobilie stecken muss und welche Schulden von dem Verkäufer auf ihn übergehen.

Wie wird die Immobilienfinanzierung bei einer Scheidung geregelt?

Für Kredite und andere Verbindlichkeiten, die mit dem Bau eines gemeinsamen Hauses entstanden sind, gelten dieselben Bestimmungen wie für alle anderen Schulden, die während der Zeit vor der Trennung von beiden gemeinsam zu verantworten sind. Die Eheleute werden gemeinsam als Haftungsschuldner herangezogen. Hat allerdings nur ein Partner Schulden gemacht, kann nicht der andere dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

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Für die Verbindlichkeiten, die das Haus im Bau betreffen ist entscheidend, was im Grundbuch steht. Werden dort beide Ehegatten als Eigentümer aufgeführt, müssen sie zu gleichen Teilen für die Schulden aufkommen. Wurde die Finanzierung der Immobilie nur von einem Teil getragen, ist dieser Partner berechtigt, die Hälfte des Kredits von ihm zurückzufordern. Voraussetzung ist, dass beide Ehepartner die Eigentümer bleiben. Wurde aber vor der Scheidung vereinbart, dass derjenige der Eigentümer ist, der die komplette Finanzierung übernommen hat, kann er gegenüber dem anderen Teil keine Rechte im Zusammenhang mit dem Haus im Bau geltend machen.

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Wie kann ein Familienrechtsanwalt bei einer gerechten Vermögensaufteilung helfen?

Ein Anwalt steht einem Ehepaar bei, wenn das Vermögen über ein Haus im Bau aufgeteilt werden muss. Bestenfalls kommen die Eheleute zu ihm, um einen Ehevertrag aufzusetzen. Aber auch beim Güterstand der Gütertrennung findet der Familienrechtsanwalt die optimale Lösung, wie mit der Immobilie im Bau im Fall einer Scheidung verfahren werden sollte.

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